Während eines Seminarbesuchs im Jahr 2015 hatte ich plötzlich Probleme mit meinem rechten Auge. Ich sah fast nichts mehr und hatte das Gefühl, in meinem rechten Auge würden Dutzende von Kaulquappen schwimmen.

Es war Sonntag. Ich ging abends ins Bett und hoffte, dass diese Sehstörung bis zum nächsten morgen verschwunden sein würde. Leider war am Montag früh keine Besserung zu sehen (im wahrsten Sinn des Wortes) und ich vereinbarte einen Termin mit unserem örtlichen Augenarzt.

Dessen Diagnose empfand ich als niederschmetternd. Ich hatte eine Verletzung im inneren Auge. Die Verletzung konnte er per Laserbehandlung schließen. Soweit okay. Aber das, was für mich aussah wie Kaulquappen waren Blutgerinnsel. Und die würden mich für den Rest meines Lebens begleiten, da das Auge keinen eigenen Stoffwechsel hätte und daher keine Möglichkeit bestünde, das Bluteiweiß abzutransportieren.

Ich durfte die Praxis natürlich nicht verlassen, ohne dass er mir noch eine völlig überflüssige IGEL-Leistung verkaufte: eine Großpackung Vitamintabletten mit viel Omega3 – Fettsäuren und allerlei anderem Zeug, was nach meiner Meinung niemand braucht, der sich einigermaßen ausgewogen ernährt. Aber wenn dir der Augenarzt den Laser ans Auge hält, fühlst du dich nicht wirklich frei in deiner Entscheidung….

Ich verließ die Arztpraxis ziemlich niedergeschlagen und ging nach Hause. Die Vitaminpillen entsorgte ich umgehend. Und dann erinnerte ich mich an das naheliegendste: Reiki.

Ich hatte schon öfters kleine Gesundheitsstörungen erfolgreich mit Reiki behandelt. Wie gesagt: kleine Gesundheitsstörungen. Dass ich mein Augenproblem mit Hilfe von Reiki lösen könnte, dazu fehlte mir die glaubhafte Vorstellung. Ich versuchte es dennoch. Legte mich abends ins Bett und gab mir vor dem einschlafen selbst eine Reiki-Behandlung.

Ich weiß nicht, ob die Freude oder die Überraschung größer war, als ich am nächsten morgen aufwachte und nur noch ganz vereinzelt einen kleinen schwarzen Schatten durchs Auge huschen sah.

Und als ich am folgenden Tag zum Kontrolltermin wieder beim Augenarzt war, war auch diese letzte kleine Störung verschwunden. Die Kontrolluntersuchung sollte dazu dienen, den Erfolg der Laserverscheißung zu begutachten. Was dabei folgte, empfand ich eines erwachsenen Menschen für absolut unwürdig.

Der Augenarzt zeigte sich total überrascht und verwundert, dass seine Vitaminpillen diese unerklärbare Heilung so schnell herbeigeführt hätten. Das hätte er sich nicht vorstellen können, dass das funktioniert.

Auf meine Frage, wieso er mir das  Zeugs, was ich umgehend entsorgt hatte, überhaupt verkauft habe, blieb er die Antwort schuldig.

Als ich ihm dann noch von meiner Reiki-Behandlung erzählte, flippte er völlig aus und brüllte durch die ganze Praxis, ich solle ihn mit diesem esoterischen Scheiß in Ruhe lassen. Er ist der Spezialist. Wer hat studiert. Er hat keinerlei Verständnis für Menschen, die sich mit so etwas befassen.

Meine Frage, wie er mir dann die Heilung des unheilbaren erklären würde, hat er auch nicht beantwortet.